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Sucralose – Hintergrund­wissen

Was ist Sucralose?

Sucralose ist ein weit verbreitetes und oft genutztes künstliches Süßungsmittel, welches keinerlei Kalorien enthält. Es ist etwa 600 mal so süß wie Kristallzucker und wird vom Körper größtenteils nicht aufgenommen. Es wurde 2004 von der EU zum Gebrauch als Süßungsmittel zugelassen und trägt die E-Nummer E955. In den USA ist es seit 1999 zugelassen und in Kanada sogar schon seit 1991. Insgesamt haben bereits über 80 Länder Sucralose zum Gebrauch als Süßungsmittel zugelassen. Gerade im Vergleich zu anderen weitläufig genutzten künstlichen Süßungsmitteln wie Aspartam, Acesulfam-K und Saccharin erfreut sich Sucralose steigender Beliebtheit.

Bei Sucralose handelt es sich um ein trichloriertes Saccharose-Molekül; damit ist es eine chemisch veränderte Form von Saccharose (Kristallzucker). Sucralose ist sehr stabil: Es wird weder durch Hitze noch durch Licht beeinflusst und bleibt auch innerhalb einer breiten Spanne von pH-Werten unbeeinträchtigt. Gleichsam zeigt Sucralose eine hohe Leistung in Sachen Geschmack und Konsistenz und hat keinen unangenehmen Nachgeschmack. Das alles macht Sucralose zu einer guten Wahl zum Backen und für Produkte, die eine lange Haltbarkeit aufweisen sollen.

Was geschieht mit Sucralose nach dem Verzehr?

Nach dem Verzehr von Sucralose wird der größte Teil vom Körper nicht aufgenommen, sondern passiert den Verdauungstrakt, um schließlich mit den Exkrementen ausgeschieden zu werden. Nur 5-20% der konsumierten Sucralose gelangt ins Blut. Dieser Teil wird im Wesentlichen unverändert durch den Urin ausgeschieden und nichts davon wird im Körpergewebe gespeichert (1). Somit bleibt Sucralose nur für eine kurze Zeit nach dem Konsum im Körper.

Sucralose als Zuckeralternative

Sucralose, als nährwertfreies Süßungsmittel, wird in vielen kalorienarmen Produkten verwendet und trägt nicht zur Ausprägung von Übergewicht bei. Übergewicht kann unter anderem zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, polyzystischem Ovar-Syndrom und verschiedenen Krebsarten beitragen (2). Es wurde auch belegt, dass Sucralose keinen Effekt auf die Hunger-Sättigungs-Regulation hat und keine Insulin-Reaktion im Körper auslöst (3).

Sucralose ist zudem ein geeignetes Süßungsmittel für zuckerfreie Produkte, die für Typ-1-Diabetiker und Typ-2-Diabetiker bestimmt sind. Sucralose hat weder einen Effekt auf den Blutzuckerspiegel noch auf auf den Insulinwert im Serum (2,3,4).

Gesundheitliche Bedenken

Einige Menschen führen an, dass Sucralose die Menge und Qualität guter Bakterien, welche in Symbiose in unserem Darm wohnen, beeinflusst. Diese Behauptung basiert hauptsächlich auf einer Studie von Abou-Donia et al. aus dem Jahr 2008 (5). Ferner wurde angeführt, dass Sucralose die Aufnahmefähigkeit einiger Medikamente verringert (5,6). Auch existieren Hinweise darauf, dass Sucralose während des Backens zerfällt und dadurch eine potentiell toxische Verbindung namens Chlorpropan freigesetzt wird (6).

Der Artikel von Abou-Donia et al. (2008) wurde jedoch durch ein Expertengremium entwertet, welches ergründete, dass die Studie Defizite in einigen entscheidenden Bereichen aufweist und dass die Ergebnisse auch so interpretiert werden könnten, dass keinerlei Probleme im Zusammenhang mit dem Verzehr von Sucralose entstehen (7). Die Studie von Abou-Donia (2008) sowie der Review von Schiffman & Rother (2013) – beide erschienen in derselben Zeitschrift – gründen ihre Ergebnisse auf Versuchen an Ratten, nicht an Menschen, und besagte Ratten wurden mit hohen Mengen Sucralose im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht gefüttert (5,6).

Auch wurden sie mit einem Sucralose-Produkt der Marke Splenda gefüttert, welches zusätzlich Maltodextrin und Dextrose als Füllstoffe enthält. Alle krankheitsfördernden Effekte könnten daher ebenso durch das Vorkommen dieser Kohlenhydrate mit jeweils hohem glykämischen Index entstanden sein – und nicht durch Sucralose. Andere Studien lieferten Hinweise darauf, dass es nach dem Konsum von Sucralose nicht zu einer Veränderung der Darmfunktion, inklusive der Mikroflora, kommt (1,7,8).

Eine weitere Behauptung – und zwar eine, die auch über andere nichtkalorische Süßungsmittel getroffen wird – ist, dass der Verzehr von Sucralose einen Effekt auf die Insulin-Reaktion des Körpers, auf den Blutzuckerwert und dadurch auf den Appetit hat.

Es wird angegeben, dass dies mit einer erlernten sensorischen Reaktion des Körpers zusammenhängt, welche den süßen Geschmack der Sucralose mit Zucker in Verbindung setzt und dadurch eine Insulin-Reaktion hervorruft (6). Es ist hinlänglich bekannt, dass eine hohe Zuckerzufuhr nur zu einem kurzfristigem Sättigungsgefühl führt und dass anschließend ein gesteigertes Appetitsempfinden auftritt. Es wurde angegeben, dass selbiges nach dem Konsum von Sucralose geschieht. Allerdings ist dies nicht der Fall und das Empfinden von Appetit ist ein sehr komplexes Phänomen, bei dem eine Reihe von Hormonen und ebenso das Nervensystem eine Rolle spielen. Tatsächlich wurde in der Vergangenheit aufgezeigt, dass kein Anstieg von Insulin oder Appetit nach dem Verzehr von Sucralose entsteht (2,3,8,9).

Zwar haben einige Studien eine Verbindung zwischen einem hohem Sucralose-Konsum und Diabetes sowie Herzkrankheiten aufgezeigt. Allerdings ist beim Blick auf die zugrundeliegenden Daten Vorsicht geboten. Denn ebenso kann es einfach eine Frage der generellen Ernährungsweise sein, die das Problem darstellt, und nicht das Süßungsmittel selbst.

Ist Sucralose sicher?

Zahlreiche Studien und Gutachten haben gezeigt, dass der Konsum von Sucralose für den Menschen sicher ist. Die negative Presse, die Sucralose erhält, scheint hauptsächlich von dem Fakt herzurühren, dass es sich um ein künstliches Produkt handelt und solche auf dem Feld der Ernährung nicht gerne gesehen werden. Daher ist es wichtig anzumerken, dass ‘künstlich’ nicht immer gleich ‘schlecht’ bedeutet, ebenso wie ‘natürlich’ nicht immer gleich ‘gut’ bedeutet. Eine schnelle Internetrecherche wird eine Reihe von Artikeln und Blog-Einträgen aufwerfen, die Sucralose schlechtreden. Diese Beiträge jedoch basieren überwiegend auf dürftig designten Studien und anderen Artikeln – von denen die meisten im Nachhinein entwertet werden konnten. Oder sie basieren auf der oben bereits genannten Verurteilung von Sucralose als künstlichem Produkt. Viel zu oft beziehen sich Menschen auf die behaupteten Ergebnisse einer Studie, ohne aber deren tatsächliches Forschungsdesign kritisch zu betrachten. Die Debatte über Sucralose dient als Paradebeispiel hierfür.

Sucralose wurde als sicher erklärt und ist in den meisten Ländern zur Anwendung zugelassen. Die relevanten Ergebnisse der Europäischen Kommission können nachgelesen werden in dem englischsprachigen Artikel ‘Opinion of the Scientific Committee on Food on sucralose’  (11).

Die von der EU festgelegten Sucralose-Höchstwerte liegen bei 15mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (12). Dieser Höchstwert wurde vorsichtig angesetzt, wenn man bedenkt, dass selbst bei Mengen von bis zu 1.500mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag bisher keine Effekte berichtet wurden (4). Die geltenden Höchstwerte in Kanada liegen wiederum bei 9mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (13) und in den USA bei 5mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (14).

Sucralose in Huel

Huel Vanille enthält gerade genug Sucralose, um Huel mit einem angenehmen Geschmack auszustatten. 100g Huel enhalten 27,14mg Sucralose, was 132,37mg Sucralose pro 2.000kcal entspricht.

Werden die EU-Werte zugrundegelegt, darf ein durchschnittlicher, 70kg schwerer Mann 1.050mg Sucralose pro Tag zu sich nehmen – mit 2.000kcal Huel landet man bei lediglich etwa 13% dieses Wertes. Selbst eine Frau mit einem geringen Gewicht von nur 45kg und dementsprechend einer vorgesehenen maximalen Tageszufuhr von 675mg würde bei einem (in ihrem Fall sehr hoch angesetzten) Verzehr von 2.000kcal Huel auf lediglich 20% ihres Sucralose-Höchstwertes kommen. Selbst wenn man die sehr konservative US-amerikanische Richtlinie zugrundelegt, käme sie nur auf 59% ihrer maximalen Tageszufuhr.

Die untenstehende Tabelle zeigt die jeweilige erlaubte Tagesdosis (ADI) Sucralose für eine 45kg, 70kg und 100kg schwere Person (in grün) sowie die jeweilige maximale Menge Huel (in kcal), die diese Person dementsprechend täglich konsumieren könnte (in rot). Alle Werte sind jeweils für die EU, Kanada und die USA angegeben.

Land/ Region ADI
mg/kg/Tag

70kg
(mittel)

45kg
(leicht)
100kg
(schwer)
EU 15 1.050mg 675mg 1.500mg
Kanada 9 630mg 405mg 900mg
USA 5 350mg 225mg 500mg

 

Land/ Region 70kg
(mittel)
45kg (leicht) 100kg (schwer
EU 15.865kcal
10.199kcal
22.664kcal
Kanada 9.519kcal
6.119kcal 13.598kcal
USA 5.288kcal 3.400kcal 7.555kcal

 

Alternative Süßungsmittel

Es gibt eine große Anzahl an Süßungsmitteln, die zur Anwendung in Nahrungsmitteln zugelassen sind. Die offensichtlichste davon, Zucker, war für uns keine Alternative, als wir die Huel Formel erstellt haben. Dies rührt daher, dass eine große Menge Zucker nötig gewesen wäre, um einen ähnlichen Süßungseffekt zu erzeugen. Es gibt eine große Bandbreite weiterer natürlicher Alternativen, wie Fructose, Honig, Kokosblütenzucker, Ahornsirup, Xylit und viele weitere. Die Sache mit diesen jedoch ist, dass es sich bei ihnen letztendlich immer noch um Zucker handelt und dass jeweils eine große Menge nötig wäre, um Huel ausreichend zu süßen.

Als andere Optionen blieben noch künstliche Süßungsmittel wie Aspartam, Acesulfam-K oder Saccharin, bei denen wir allerdings keinen Vorteil gegenüber Sucralose erkennen konnten. Keines dieser bietet jedoch einen Vorteil gegenüber Sucralose. In der Tat wird der Geschmack von Sucralose generell bevorzugt und keine der Alternativen kommt ohne gesundheitliche Bedenken daher.

Das einzige Süßungsmittel, das wir für uns als Alternative zu Sucralose ansehen, ist das natürliche Süßungsmittel Stevia. Stevia wird aus der Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen. Steviolglycoside, die aktiven Bestandteile in Stevia, sind zwischen 150 und 300 mal süßer als Zucker. Von Befürwortern natürlicher Produkte wird Stevia oft favorisiert – einfach weil es natürlich ist. Allerdings schmecken viele Menschen einen unangenehmen Nachgeschmack in einigen ausschließlich mit Stevia gesüßten Produkten.

Wir nutzen derzeit Stevia als Süßungsmittel in unseren zusätzlichen Geschmackspulvern, aber wir betrachten Sucralose derzeit als beste Alternative für Huel Vanille. Wir führen jedoch weiterhin Tests durch und werden möglicherweise auch bei Huel Vanille auf Stevia umsteigen, sobald wir hier eine gute Geschmacksbalance gefunden haben.

Wenn du trotz der oben bereitgestellten Informationen noch Vorbehalte gegenüber Sucralose hast, hast du auch die Möglichkeit, Huel Ohne Geschmackszusatz & Ungesüßt zu bestellen.


Literatur:

  1. Sims J, et al. The metabolic fate of sucralose in rats. Food Chem Toxicol. 2000;38(2):115-21.
  2. Scott-Thomas C. Sucralose may not affect blood sugar or insulin resistance, study suggests. 2012. http://www.foodnavigator-usa.com/R-D/Sucralose-may-not-affect-blood-sugar-or-insulin-resistance-study-suggests
  3. Brown AW, et al. Short-term consumption of sucralose, a nonnutritive sweetener, is similar to water with regard to select markers of hunger signaling and short-term glucose homeostasis in women. Nutr Res. 2011;31(12):882-8.
  4. Baird IM, et al. Repeated dose study of sucralose tolerance in human subjects. Food Chem Toxicol. 2000;38(2):123–9.
  5. Abou-Donia MB, et al. Splenda alters gut microflora and increases intestinal p-glycoprotein and cytochrome p-450 in male rats. J Tox Environ Health. 2008;71(21):1415-29.
  6. Schiffman SS, Rother KI. Sucralose, A Synthetic Organochlorine Sweetener: Overview of Biological Issues. J Toxicol Environ Health B. 2013;16(7):399–451.
  7. Brusick D, et al. Expert panel report on a study of Splenda in male rats. Reg Toxicol Pharm. 2009;55(1):6-12.
  8. Jing Ma, et al. Effect of the artificial sweetener, sucralose, on gastric emptying and incretin hormone release in healthy subjects. Am J Physiol. 2009;296(4):735-739.
  9. Ford HE, et al. Effects of oral ingestion of sucralose on gut hormone response and appetite in healthy normal-weight subjects. Eur J Clin Nutr. 2011;65:508–513.
  10. Mann SW, et al. A combined chronic toxicity/carcinogenicity study of sucralose in Sprague-Dawley rats.Food Chem Toxicol. 2000;38(2):71-89.
  11. European Commission. Opinion of the Scientific Committee on Food on sucralose. 2000. http://ec.europa.eu/food/fs/sc/scf/out68_en.pdf
  12. NHS guide to Sucralose http://www.nhs.uk/Livewell/Goodfood/Pages/the-truth-about-sucralose.aspx
  13. Canadian Diabetes Association Sugars & Sweeteners Guide http://www.diabetes.ca/diabetes-and-you/healthy-living-resources/diet-nutrition/sugar-sweeteners
  14. Fitday.com Artificial Sweeteners and Their FDA Safe Levels http://www.fitday.com/fitness-articles/nutrition/healthy-eating/4-artificial-sweeteners-their-fda-safe-levels.html

Über den Autor: James Collier B.Sc., RNutr, registrierter Ernährungswissenschaftler, welcher die Huel Formel entwickelt hat. James blickt auf über 25 Jahre Arbeitserfahrung im Bereich Ernährungs- und Diätlehre zurück. Zudem hat er ein Studium in Ernährungs- und Diätwissenschaften mit Auszeichnung absolviert. In seinem Beruf hat er mit Menschen mit den verschiedensten Erkrankungen und Lebensmittelintoleranzen gearbeitet. Lies hier mehr über James.

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