Huel

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Lebensmittelverarbeitung und gute Ernährung

Geschrieben von James Collier BSc (Hons), anerkannter Ernährungswissenschaftler, der die Huel-Formel entwickelt hat. Er hat über 25 Jahre Erfahrung in Ernährung und Diätetik, darunter 7 Jahre als Diätologe im National Health Service (NHS), dem staatlichen Gesundheitssystems Großbritanniens. Durch seine Tätigkeit in verschiedenen medizinischen Bereichen, arbeitete er mit Menschen mit einer Vielzahl von Beschwerden und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Zusätzlich hat er einen Honours Degree (entspricht etwa dem deutschen Bachelor-Abschluss) in Ernährungswissenschaften mit Diätetik: Mehr über James erfahrt ihr hier.

Lebensmittelverarbeitung 

Der Begriff "Lebensmittelverarbeitung" kann als "Umwandlung von Rohstoffen durch den Einsatz physikalischer oder chemischer Mittel" bezeichnet werden. Die Lebensmittelverarbeitung kombiniert rohe Lebensmittelzutaten, entweder durch physikalische Mechanismen oder durch die Zugabe von Zusatzstoffen zur Herstellung von marktfähigen Nahrungsmittel-Produkten, die vom Verbraucher leicht zubereitet und serviert werden können. Allerdings kann das Ausmaß, in welchem Lebensmittel verarbeitet werden, sehr stark variieren und abgesehen von Lebensmittel die ihr 100% in ihrer natürlichen Form konsumiert, wurden sie in irgendeiner Art verarbeitet.

Was sind vollwertige Nahrungsmittel?

Als vollwertige Nahrungsmittel gelten solche, die in ihrer natürlichen Form, ohne jegliche physikalische Veränderung oder das Hinzufügen von Zusatzstoffen konsumiert werden. Wirklich vollwertige Nahrungsmittel würden in ihrer rohen Form konsumiert werden: wie beispielsweise Obst, Salat und Gemüse. In der Regel wird der Begriff aber auch verwendet, wenn die Lebensmittel minimal verarbeitet werden, wie etwa durch Kochen und einfaches Mahlen, solange keine Lebensmittel kombiniert werden und Ihnen nichts entzogen wird. Beispiele für vollwertige Nahrungsmittel sind unpolierte Getreide, Bohnen, Früchte, Nüsse, Gemüse, Fleisch, Eier und nicht homogenisierte Milch.

Ist etwas falsch mit verarbeiteten Nahrungsmitteln?

Wir verarbeiten Lebensmittel jeden Tag, wenn wir Mahlzeiten für uns selbst zubereiten. Der Begriff "verarbeitete Nahrungsmittel" ist aber negativ belastet, was darauf hindeutet, dass verarbeitete Nahrungsmittel ihren unverarbeiteten Pendants in irgendeiner Weise unterlegen sind. Es ist wahr, dass viele verarbeitete Lebensmittel unerwünschte Lebensmittelzusatzstoffe enthalten, die für unseren Körper nicht ideal sind. Aber wenn ihr genauer darüber nachdenkt und euch die Definition anschaut, gehört selbst Dosenobst in seinem eigenen Saft zu den verarbeiteten Nahrungsmitteln. Der Prozess in dem die essbare Frucht von ihrer Schale getrennt wird und in einer luftdichten Dose verpackt wird, gilt als "verarbeiten". Mit diesem Verarbeitungsprozess ist aber nichts falsch, im Gegenteil: der Konservierungsprozess hilft dabei einige empfindliche Mikronährstoffe zu erhalten.

Am anderen Ende des Spektrums haben wir dann Fertiggerichte in Plastikschalen, mit Konservierungsstoffen und schnellem Erhitzen in der Mikrowelle erhält man im Nu eine warme Mahlzeit. Dann haben wir Geleebonbons und andere Süßwaren die voller Zucker, Farben und Aromen stecken. Keine dieser Zutaten ist ernährungsphysiologisch besonders wünschenswert.

Vorteile der Lebensmittelverarbeitung

Die Lebensmittelverarbeitung hat zahlreiche Vorteile. Unter anderem:

Nachteile der Lebensmittelverarbeitung

Bei einigen Prozessen zur Lebensmittelverarbeitung kann es zum Verlust von Nährstoffen kommen, vor allem von einigen der empfindlichen Mikronährstoffe wie Kalium und Vitamin C.

Einige Lebensmittelzusatzstoffe können Nebenwirkungen verursachen und vor allem in Verbindung mit den sogenannten E-Nummern (bestimmte Nahrungsmittelzusätze) sind Nachteile bekannt. Besonders Farb-und Konservierungsstoffe bieten Grund zur Sorge, da sie Urtikaria und Hyperaktivität verursachen und fast drogenähnliche Effekte haben! Der Einsatz bestimmter künstlicher Farb-und Konservierungsstoffe ist gesetzlich (einschließlich Benzoate) (FSA 2007). Einige Menschen sind so sehr von den Nebenwirkungen betroffen, dass sie benzoatfreier oder azofreier Ernährung folgen.

Beim Vermischen von Lebensmitteln besteht die Gefahr einer Kreuzkontamination mit anderen Lebensmitteln: Dies kann eine potentielle Gefahr für Menschen mit Nahrungsmittelallergien darstellen. Die Verarbeitung erfordert eine strenge Regulierung, in einigen Fällen können aber unerwünschte Zutaten durchrutschen (z.B. der Pferdefleischskandal). Es besteht auch die Gefahr der Verunreinigungen durch Maschinen wie etwa mit Kunststoff und Metallen; um sicherzustellen, dass das Risiko einer Kontamination minimal ist, gibt es strenge Gesetze.

Rohes Fleisch kann ein vollwertiges Nahrungsmittel sein, sobald aber etwas hinzugefügt wird, gilt es als verarbeitet. Fleisch wird verarbeitet, um die Haltbarkeit drastisch zu erhöhen, und das ist sehr erfolgreich bei der Verhinderung von Lebensmittelvergiftung und bakteriellem Verderben, der Einsatz von Natriumnitriten während der Verarbeitung, ist aber auch mit der Entstehung von Nitrosaminen verbunden, die Krebs verursachen können. (Paik et al 2001).

Tatsächlich ist auch das zu lange Braten von Fleisch von Nachteil. Das Braten in einigen Ölen kann dazu führen, dass die Fette in den Ölen oxidieren, was sie atherosklerotisch (Plaque-bildend) macht. Dies erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einigen Krebsarten. Zudem können beim Braten von Fleisch bei zu hohen Temperaturen, durch übermäßiges Frittieren oder beim Kochen auf offener Flamme, heterocyclische Amine (HCAs) entstehen und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gebildet werden. Diese haben sich als mutagen und krebserregend erwiesen.

Zu bevorzugende verarbeitete Lebensmittel

Zu vermeidende verarbeitete Lebensmittel

Pulverisierte Nahrungsmittel

"Pulverisiertes Nahrungsmittel" klingt nach einem innovativen Konzept, tatsächlich, pulverisieren Menschen Nahrungsmittel aber schon seit über 11.000 Jahren. Damals erkannte man, dass man durch das Mahlen und Zerreiben von Körnern mit einem Mahlstein Körner in Mehl verwandeln kann und damit die Haltbarkeit dramatisch erhöhen kann, zudem war und ist das Nahrungsmittel so leichter zu transportieren.

Huel könnte man als vollwertiges Mehl beschreiben. Huel ist zwar kein vollwertiges Nahrungsmittel, wird aber zu 97% aus sechs Hauptnahrungsmittelzutaten hergestellt: Hafer, Reis, Erbsen, Leinsamen, Sonnenblumen und Kokosnuss. Diese werden zwar verarbeitet, die Verarbeitung wird aber auf ein Minimum reduziert. Im Falle des Hafers (Hauptzutat), wird die Zutat geerntet, gemahlen und sonst nichts. Alle Nährwerte basieren auf den verarbeiteten Zutaten, so wisst ihr genau was ihr bekommt. Bei Reis und Erbsen wurde das Protein extrahiert, um euch die Aminosäuren zu liefern, die ihr benötigt. Die Leinsamen werden nur gemahlen und den Sonnenblumen sowie der Kokosnuss wurden die Fette entzogen, um euch die essenziellen Fette zu liefern. Alle Zutaten in Huel werden dann gründlich gemischt und in die Beutel gefüllt, um euch alle Nährstoffvorteile zu garantieren.

Vergessen wir auch nicht, seit vielen Jahren wird Babys und Kleinkindern – der wichtigsten Gruppe unserer Gesellschaft – pulverisierte Nahrung gefüttert und das mit großen Vorteilen für ihr Wachstum. Pulvermilch ist gang und gäbe und wird von den meisten Menschen akzeptiert. Auch die körperbewusstesten und möglicherweise am besten informierten Menschen was Nahrungsmittel angeht – Bodybuilder – konsumieren täglich pulverisierte Nahrungsmittel wie Proteinpulver, Kohlenhydrate usw.

Während Huel also ein verarbeitetes Nahrungsmittel ist, gilt es anzumerken, dass selbst die gesundheitsbewussten unter uns täglich in irgendeiner Weise verarbeitete Nahrungsmittel zu sich nehmen; Huel wird gerade ausreichend verarbeitet, um euch das zu liefern, was ihr braucht – ohne unnötige Zusätze.

Referenzen

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