Cholin – ein essenzieller Nährstoff

Cholin wird von der Leber produziert, jedoch nicht in der erforderlichen Menge, sodass es auch aus der Nahrung aufgenommen werden muss[1]. Das macht die Cholin zu einem wichtigen Mikronährstoff. Es wird gemeinhin als Vitamin B4 bezeichnet, ist aber trotz seiner Ähnlichkeiten zu den B-Vitaminen weder ein Vitamin noch ein Mineralstoff.

Das US-amerikanische Institute of Medicine erklärte Cholin 1998 offiziell zum essenziellen Nährstoff[2]. Dabei lag keine ausreichende Evidenz vor, um einen ungefähren Durchschnittsbedarf zu ermitteln. Deshalb wurde für Männer und Frauen stattdessen eine ausreichende Aufnahmemenge von 550 mg/Tag bzw. 425 mg/Tag festgelegt[2]. Die ausreichenden Aufnahmemengen für schwangere (450 mg/Tag) und stillende Frauen (550 mg/Tag) liegen aufgrund des gesteigerten Bedarfs und durch den Verlust von Cholin über die Muttermilch entsprechend höher[3]. Von einer ähnlichen ausreichenden Aufnahmemenge geht die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus. Diese beträgt 400 mg/Tag für Erwachsene und liegt für schwangere und stillende Frauen entsprechend höher[4].

Interessanterweise gilt Cholin in Großbritannien nicht als essenzieller Nährstoff[5]. Folglich ist Cholin auch nicht Bestandteil der offiziellen britischen Ernährungsempfehlungen, weshalb in letzter Zeit Rufe nach einer Neubewertung dieses Nährstoffs laut wurden[5].

Die Funktion von Cholin

Cholin hat mehrere wichtige Funktionen im Körper. Es dient als Quelle von Methylgruppen, die für zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt werden[6]. Für die Produktion von Acetylcholin, einem Neurotransmitter, und Phosphatidylcholin, das ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen ist, wird ebenfalls Cholin benötigt[7]. Das heißt, Cholin spielt eine Rolle für die Übertragung von Nervensignalen, für die Muskelbewegung und die Zellstruktur.

Cholin ist für die Fetalentwicklung, insbesondere von Gehirn und Rückenmark, unverzichtbar[8]. Ein Mangel kann Gedächtnisstörungen und Neuralrohrdefekte zur Folge haben[9].

Folat, auch Vitamin B9 genannt, fungiert als Methylspender. Daher geht eine zu geringe Folatzufuhr mit einem erhöhten Cholinbedarf zur Kompensation einher[10]. Der Cholinbedarf unterliegt darüber hinaus genetischen Faktoren, die bei den offiziellen Empfehlungen nicht berücksichtigt werden[9].

Cholin in der Nahrung

Cholin kommt in zahlreichen Nahrungsmitteln vor. Die höchsten Mengen sind in tierischen Nahrungsmitteln enthalten, vor allem in Eiern, Rindfleisch und Lachs[7]. Viele pflanzliche Nahrungsmittel liefern ebenfalls Cholin, wenn auch in geringeren Mengen. Dazu gehören unter anderem Sojabohnen, Quinoa, Nüsse, Kreuzblütler-Gemüse und Vollkornprodukte[7].

Es wurde festgestellt, dass in den USA nur 11 % der Erwachsenen die ausreichende Aufnahmemenge von 550 mg/Tag erreichen[11]. Das Gleiche gilt auch für Europa[7]. Wer sich pflanzlich ernährt, nimmt Lebensmittel mit einer geringeren Cholinmenge pro Portion zu sich[5] und sollte daher für eine ausreiche Versorgung unbedingt auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung achten.

Cholin und NAFLD

Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist eine Krankheit, die mit Adipositas zusammenhängt[12]. Charakteristisch ist eine Fetteinlagerung in der Leber, die Entzündungen hervorruft und letztendlich zu Leberversagen führen kann[13].

Cholin spielt eine entscheidende Rolle für den Lipidtransport im Blut, da es zur Bildung der dafür benötigten Partikel beiträgt[14]. Bei Cholinmangel wird deshalb weniger Fett aus der Leber befördert, sodass es sich dort ansammeln kann[15]. Zusammen mit einer hohen Nahrungsaufnahme, wie dies bei adipösen Menschen der Fall ist, könnte ein Cholinmangel die auftretenden Probleme weiter verschärfen[16]. Über die genaue Rolle von Cholin bei der Prävention und Behandlung von NAFLD herrscht noch Unklarheit, dennoch gibt es in diesem Bereich interessante Entwicklungen[15].

Neurologische Erkrankungen

Das Gehirn beherbergt schätzungsweise 86 Milliarden Neuronen[17], dementsprechend wichtig ist Cholin für seine reibungslose Funktion. Aus diesem Grund wird ein niedriger Cholinspiegel mit neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung gebracht[18]. Bei Alzheimer-Patienten scheint mindestens eine negative Veränderung mit dem Cholinstoffwechsel zusammenzuhängen[19]. Darüber hinaus wird aufgrund der Bedeutung von Cholin für eine intakte Zellstruktur vermutet, dass es bei älteren Erwachsenen die Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit verlangsamen kann[20]. Allerdings haben klinische Studien in diesem Bereich gemischte Ergebnisse hervorgebracht[21, 22].

Cholin und Huel

Huel Pulver und Huel Ready-to-drink orientieren sich an der höheren US-Empfehlung und enthalten zwischen 110–120 mg Cholin pro Portion (400 kcal) bzw. 550–600 mg pro 2.000 kcal. Sämtliches Cholin in Huel Pulver v3.0, Black Edition und Huel Riegeln ist von Natur aus in den Hauptzutaten enthalten. Huel Ready-to-drink wird darüber hinaus Cholin in Form von L-Cholinbitartrat zugesetzt.

Die meisten Menschen haben Schwierigkeiten, ausreichend Cholin mit der Nahrung aufzunehmen. Huel bietet dir eine einfache Möglichkeit, deinen Cholinbedarf mit den Mahlzeiten zu decken.

Quellen

  1. Zeisel SH, et al. Choline: an essential nutrient for public health. Nutr Rev. 2009; 67(11):615-23.
  2. Institute of Medicine Standing Committee on the Scientific Evaluation of Dietary Reference I, et al. The National Academies Collection: Reports funded by National Institutes of Health. Dietary Reference Intakes for Thiamin, Riboflavin, Niacin, Vitamin B6, Folate, Vitamin B12, Pantothenic Acid, Biotin, and Choline. Washington (DC): National Academies Press (US) National Academy of Sciences.; 1998.
  3. NIH. Choline. Date Accessed: 18/10/19. [Available from: https://ods.od.nih.gov/factsheets/Choline-HealthProfessional/]
  4. Efsa Panel on Dietetic Products N, et al. Dietary Reference Values for choline. EFSA Journal. 2016; 14(8):e04484.
  5. Derbyshire E. Could we be overlooking a potential choline crisis in the United Kingdom? BMJ Nutrition, Prevention & Health. 2019:bmjnph-2019-000037.
  6. Zeisel S. Choline, Other Methyl-Donors and Epigenetics. Nutrients. 2017; 9(5):445.
  7. Wiedeman AM, et al. Dietary Choline Intake: Current State of Knowledge Across the Life Cycle. Nutrients. 2018; 10(10):1513.
  8. Sanders LM, et al. Choline: Dietary Requirements and Role in Brain Development. Nutr Today. 2007; 42(4):181-6.
  9. Zeisel SH. Choline: critical role during fetal development and dietary requirements in adults. Annu Rev Nutr. 2006; 26:229-50.
  10. Obeid R. The metabolic burden of methyl donor deficiency with focus on the betaine homocysteine methyltransferase pathway. Nutrients. 2013; 5(9):3481-95.
  11. Wallace TC, et al. Assessment of Total Choline Intakes in the United States. Journal of the American College of Nutrition. 2016; 35(2):108-12.
  12. Fabbrini E, et al. Obesity and nonalcoholic fatty liver disease: biochemical, metabolic, and clinical implications. Hepatology. 2010; 51(2):679-89.
  13. Carr RM, et al. Nonalcoholic Fatty Liver Disease: Pathophysiology and Management. Gastroenterol Clin North Am. 2016; 45(4):639-52.
  14. Canty DJ, et al. Lecithin and choline in human health and disease. Nutr Rev. 1994; 52(10):327-39.
  15. Corbin KD, et al. Choline metabolism provides novel insights into nonalcoholic fatty liver disease and its progression. Curr Opin Gastroenterol. 2012; 28(2):159-65.
  16. Zhu J, et al. The effects of choline on hepatic lipid metabolism, mitochondrial function and antioxidative status in human hepatic C3A cells exposed to excessive energy substrates. Nutrients. 2014; 6(7):2552-71.
  17. Azevedo FA, et al. Equal numbers of neuronal and nonneuronal cells make the human brain an isometrically scaled-up primate brain. J Comp Neurol. 2009; 513(5):532-41.
  18. Michel V, et al. Choline transport for phospholipid synthesis. Exp Biol Med (Maywood). 2006; 231(5):490-504.
  19. Ziegler TR, et al. Modern nutrition in health and disease. Wolters Kluwer Health Adis: Philadelphia; 2012.
  20. Blusztajn JK, et al. Neuroprotective Actions of Dietary Choline. Nutrients. 2017; 9(8):815.
  21. De Jesus Moreno Moreno M. Cognitive improvement in mild to moderate Alzheimer's dementia after treatment with the acetylcholine precursor choline alfoscerate: a multicenter, double-blind, randomized, placebo-controlled trial. Clin Ther. 2003; 25(1):178-93.
  22. Higgins JP, et al. Lecithin for dementia and cognitive impairment. Cochrane Database Syst Rev. 2003; (3):Cd001015.

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